Die Senkung der Gastro-Steuer markiert einen Wendepunkt für die deutsche Gastronomiebranche. Ab dem 1. Januar 2026 gilt für Speisen in Restaurants, Cafés und bei Caterern ein dauerhafter Umsatzsteuersatz von 7 Prozent statt bisher 19 Prozent. Getränke bleiben weiterhin mit 19 Prozent besteuert.
Der Bundesrat hat dieser Steuersenkung Gastronomie Deutschland zugestimmt. Das Gesetz schafft langfristige finanzielle Entlastung für Betriebe aller Größen. Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl sieht darin ein wirksames Instrument gegen das Gastronomiesterben im ländlichen Raum. Die Regelung gilt als bedeutendste Stärkung für Wirtshäuser, Restaurants und mobile Anbieter seit Jahren.
Die neue Mehrwertsteuer Gastronomie betrifft sämtliche Speisen – ob vor Ort verzehrt, mitgenommen oder geliefert. Für Betreiber ergibt sich daraus die Chance, Margen zu verbessern oder Preise für Gäste attraktiver zu gestalten. Die Umsetzung verlangt klare Vorbereitung bei Kassensystemen, Verträgen und Kalkulationen.
Wichtigste Erkenntnisse auf einen Blick
- Ab 1. Januar 2026 sinkt die Umsatzsteuer auf Speisen in der Gastronomie dauerhaft auf 7 Prozent.
- Getränke bleiben bei 19 Prozent – Ausnahmen gelten für Milchmischgetränke mit mindestens 75 Prozent Milchanteil und Leitungswasser im Außer-Haus-Verkauf.
- Die Senkung der Gastro-Steuer gilt für klassische Gastronomie, Foodtrucks, Catering, Kantinen und gastronomische Angebote in Bäckereien oder Supermärkten.
- Gastronomen müssen Kassensysteme anpassen, Speisekarten aktualisieren und bestehende Verträge auf den neuen Steuersatz prüfen.
- Eine gesetzliche Pflicht zur Senkung der Bruttopreise besteht nicht – Betriebe entscheiden selbst über ihre Preisstrategie.
- Das Steueränderungsgesetz 2025 wurde am 4. Dezember im Bundestag beschlossen; die Zustimmung des Bundesrats erfolgte planmäßig.
Überblick über die Gastro-Steuer
Die Besteuerung von Speisen und Getränken in der Gastronomie gehört zu den zentralen Kostenfaktoren der Branche. Der Gastronomie Steuersatz bestimmt, wie viel ein Betrieb an den Staat abführen muss – und beeinflusst direkt die Preisgestaltung auf der Speisekarte. Ein Blick auf die Grundlagen schafft Klarheit.
Was ist die Gastro-Steuer?
Der Begriff „Gastro-Steuer" beschreibt die Umsatzsteuer Restaurant-Betriebe auf ihre Leistungen erheben müssen. Sie fällt auf jede Speise und jedes Getränk an, das in einem Lokal, per Lieferung oder zum Mitnehmen verkauft wird. Die Steuer wird auf den Nettopreis aufgeschlagen und an das Finanzamt abgeführt.
Im Juli 2020 senkte die Bundesregierung den Gastronomie Steuersatz auf Speisen von 19 auf 7 Prozent. Diese Maßnahme diente als Corona-Hilfspaket für die gebeutelte Branche. Die Regelung wurde mehrfach verlängert – zuletzt bis Ende 2023. Danach kehrte der reguläre Satz von 19 Prozent vorübergehend zurück.
Aktuelle Steuersätze in Deutschland
Ab dem 1. Januar 2026 gilt ein neuer ermäßigter Satz. Die IHK Darmstadt informiert zu den neuen im Detail. Die Umsatzsteuer Restaurant-Bereich gliedert sich wie folgt:
| Leistungsart | Steuersatz bis 31.12.2025 | Steuersatz ab 01.01.2026 |
|---|---|---|
| Speisen im Restaurant | 19 % | 7 % |
| Speisen zum Mitnehmen | 7 % | 7 % |
| Gelieferte Speisen | 7 % | 7 % |
| Getränke (alle Bereiche) | 19 % | 19 % |
Die wesentlichen Unterschiede auf einen Blick:
- Speisen: einheitlich 7 Prozent – unabhängig vom Verzehrort
- Getränke: unverändert bei 19 Prozent
- Kombiangebote: Aufteilung nach Speisen- und Getränkeanteil erforderlich
Diese Struktur bildet die Grundlage für die geplanten Änderungen, die im nächsten Abschnitt detailliert beleuchtet werden.
Geplante Änderungen der Gastro-Steuer 2026
Zum 1. Januar 2026 tritt eine dauerhafte Senkung der Mehrwertsteuer auf Speisen in der Gastronomie in Kraft. Der Satz fällt von 19 auf 7 Prozent. Diese Gastgewerbe Steuerentlastung ist das Ergebnis monatelanger politischer Verhandlungen. Erste Datenanalysen zeigen: Die Auswirkungen auf die Preislandschaft fallen überraschend moderat aus.
Neuer Steuersatz und seine Einführung
Die Bundesregierung hat beschlossen, den Mehrwertsteuersatz senken zu lassen – dauerhaft auf 7 Prozent für vor Ort verzehrte Speisen. Das Analyseunternehmen Meoton hat über 200.000 Preise von mehr als 30.000 Gastronomiebetrieben ausgewertet. Die Ergebnisse der ersten Wochen nach Inkrafttreten:
| Kategorie | Durchschnittliche Preisveränderung | Steuersatz ab 2026 |
|---|---|---|
| Speisen vor Ort | +0,1 % | 7 % |
| Getränke vor Ort | +0,2 % | 19 % (unverändert) |
Die Preise blieben in den ersten Wochen nach der Umstellung weitgehend stabil. Die Gastgewerbe Steuerentlastung wirkt somit eher als Stabilisierungsfaktor denn als direkter Preissenkungshebel für Verbraucher.
Auswirkungen auf die Gastronomie
Für die Betriebe ergibt sich ein spürbarer Effekt auf der Erlösseite. Bei einem Gericht mit einem Bruttopreis von 20 Euro steigt der Nettoerlös um circa 1,88 Euro. Das entspricht einem Plus von rund 11 Prozent. Gerade in einer Branche mit niedrigen Margen ist dieser Zuwachs erheblich.
- Betriebe behalten höhere Nettoerlöse bei gleichbleibendem Preis
- Investitionen in Personal und Ausstattung werden erleichtert
- Das Ziel, den Mehrwertsteuersatz senken zu lassen, stärkt die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Lieferdiensten
Ob diese Entlastung langfristig an Gäste weitergegeben wird oder in den Betrieben verbleibt, bleibt abzuwarten. Die nächsten Abschnitte beleuchten Vor- und Nachteile der Reform im Detail.
Vorteile der Senkung der Gastro-Steuer
Die geplante Senkung der Gastro-Steuer bringt für Betriebe und Gäste gleichermaßen spürbare Effekte. In einem Umfeld steigender Kosten – von Löhnen über Energiepreise bis hin zu Mieten – schafft die steuerliche Entlastung dringend benötigten finanziellen Spielraum. Die konkreten Vorteile lassen sich in zwei Bereiche unterteilen.
Erhöhung der Rentabilität für Gastronomen
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Bei einem Gericht zum Preis von 20 Euro verbleiben einem Betrieb bei reduziertem Steuersatz etwa 18,69 Euro netto. Beim aktuellen Regelsatz von 19 Prozent sind es nur 16,81 Euro. Diese Differenz von fast zwei Euro pro Gericht summiert sich im Tagesgeschäft erheblich.
Laut einer NDRfragt-Umfrage erwarten rund 45 Prozent der Befragten eine wirtschaftliche Entlastung der Betriebe. Wer die Restaurantsteuer reduzieren will, zielt auf genau diesen Effekt ab: Stabilisierung der Margen in einem angespannten Kostenumfeld.
„Eine Steuersenkung stabilisiert die Preise, statt sie zu senken." – Christian Haese, Meoton
Die meisten Gastronomen dürften die Entlastung zur Kompensation gestiegener Betriebskosten nutzen. Das sichert Arbeitsplätze und verhindert Betriebsschließungen.
Preisanpassungen für Konsumenten
Eine vollständige Weitergabe der Steuerersparnis an Gäste würde rechnerisch eine Endpreisreduktion von etwa 10 Prozent bedeuten. In der Praxis ist eine teilweise Weitergabe realistischer. Die Maßnahme, die Restaurantsteuer reduzieren zu können, wirkt so als Preisbremse.
| Szenario | Nettobetrag (Betrieb) | Endpreis (Gast) | Effekt |
|---|---|---|---|
| 19 % MwSt. (aktuell) | 16,81 € | 20,00 € | Basislinie |
| 7 % MwSt. – keine Weitergabe | 18,69 € | 20,00 € | +1,88 € Marge pro Gericht |
| 7 % MwSt. – volle Weitergabe | 16,81 € | 17,99 € | ca. 10 % günstiger für Gäste |
Die Senkung der Gastro-Steuer entfaltet ihre Wirkung auf beiden Seiten. Ob Rentabilität oder Preisstabilität: Die Branche profitiert – steht gleichzeitig vor neuen Herausforderungen bei der Umsetzung.
Herausforderungen für die Branche
Die geplante Steuersenkung bringt nicht nur Vorteile. Zahlreiche Betriebe stehen vor operativen und kommunikativen Hürden. Die Mehrwertsteuer Gastronomie bleibt ein komplexes Thema: Unterschiedliche Sätze für Speisen und Getränke erfordern präzise Anpassungen in der täglichen Abrechnung. Gleichzeitig steigt der gesetzliche Mindestlohn zum 1. Januar 2026 auf 13,90 Euro – eine zusätzliche Kostenbelastung für die gesamte Branche.

Umstellung der Buchhaltungsprozesse
Die Umsatzsteuer Restaurant erfordert eine differenzierte Erfassung. Speisen vor Ort, Außer-Haus-Verkäufe und Getränke unterliegen unterschiedlichen Steuersätzen. Kassensysteme, Warenwirtschaft und Controlling müssen rechtzeitig aktualisiert werden. Für viele kleinere Betriebe bedeutet das erheblichen Aufwand und Investitionen in neue Software.
- Anpassung der Kassensysteme an neue Steuersätze
- Schulung des Personals in der korrekten Rechnungsstellung
- Überprüfung bestehender Verträge mit Steuerberatern
- Aktualisierung der Speisekarten und Preislisten
Mögliche Missverständnisse und Unsicherheiten
Ein zentrales Problem: Betriebe sind laut Gesetzesvorlage nicht verpflichtet, die Steuersenkung als Preissenkung weiterzugeben. Laut einer Branchenumfrage erwarten 30 Prozent der Befragten eine komplette Weitergabe an die Gäste. 56 Prozent rechnen mit einer anteiligen Weitergabe. Nur 3 Prozent der Umfrageteilnehmer nehmen einen tatsächlichen Preisabfall wahr.
| Erwartung der Befragten | Anteil in Prozent |
|---|---|
| Komplette Weitergabe an Gäste | 30 % |
| Anteilige Weitergabe | 56 % |
| Wahrgenommener tatsächlicher Preisabfall | 3 % |
Diese Diskrepanz birgt Konfliktpotenzial. Gäste könnten niedrigere Preise erwarten, die Gastronomen aufgrund gestiegener Lohn- und Energiekosten nicht anbieten können. Eine transparente Kommunikation über die Mehrwertsteuer Gastronomie und die Umsatzsteuer Restaurant wird für Betriebe zum entscheidenden Erfolgsfaktor – gerade im Hinblick auf die Kundenbindung.
Vergleich zu anderen Steuerpolitikmaßnahmen
Die Debatte um die Steuersenkung Gastronomie Deutschland ist nicht neu. Steuerliche Erleichterungen für bestimmte Branchen haben in der Bundesrepublik eine lange Tradition. Ein Blick auf vergangene Maßnahmen und internationale Modelle zeigt: Der Gastronomie Steuersatz war schon mehrfach Gegenstand politischer Kontroversen.
Historische Perspektive auf Steuererleichterungen
Während der Corona-Krise 2020 senkte die Bundesregierung den Gastronomie Steuersatz auf Speisen vorübergehend von 19 auf 7 Prozent. Diese Maßnahme sollte Restaurants und Cafés vor der Insolvenz bewahren. Nach dem Wegfall der Ermäßigung Anfang 2024 stiegen die Preise in der Branche spürbar an.
Die gesellschaftliche Akzeptanz solcher Sonderregelungen bleibt gespalten. Laut Umfragen empfinden rund 60 Prozent der Befragten eine steuerliche Bevorzugung der Gastronomie als unfair gegenüber anderen Wirtschaftszweigen. Etwa 58 Prozent fordern vergleichbare Entlastungen für Handwerk und Gesundheitssektor. Parteien wie Linke und Grüne kritisieren die Steuersenkung Gastronomie Deutschland als wirtschaftlich fragwürdiges Steuergeschenk.
„Eine Branche steuerlich zu bevorzugen, ohne andere Sektoren einzubeziehen, birgt das Risiko wachsender Wettbewerbsverzerrungen." – Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW)
Internationale Beispiele und deren Auswirkungen
Andere EU-Staaten verfolgen unterschiedliche Strategien beim Gastronomie Steuersatz. Die folgende Übersicht verdeutlicht die Bandbreite:
| Land | Gastronomie-Steuersatz | Einführungsjahr | Auswirkung auf die Branche |
|---|---|---|---|
| Frankreich | 10 % | 2009 | Beschäftigungszuwachs um ca. 2 % |
| Spanien | 10 % | 2012 | Stabilisierung des Gastgewerbes |
| Polen | 8 % | 2011 | Wachstum kleiner Betriebe |
| Schweden | 12 % | 2012 | Preisrückgang um ca. 4 % |
| Deutschland (geplant) | 7 % | 2026 | Noch nicht messbar |
Die internationalen Erfahrungen zeigen: Ein reduzierter Gastronomie Steuersatz kann Beschäftigung fördern und Preise senken. Der Erfolg hängt von der konkreten Umsetzung und begleitenden Rahmenbedingungen ab. Die geplante Steuersenkung Gastronomie Deutschland reiht sich in eine europäische Entwicklung ein, deren Ergebnisse gemischt ausfallen.
Auswirkungen auf die Beschäftigung
Die Entscheidung, den Mehrwertsteuersatz senken zu wollen, hat direkte Folgen für den Arbeitsmarkt in der Gastronomie. Das Statistische Landesamt Baden-Württemberg verzeichnet seit Sommer 2024 rückläufige Beschäftigtenzahlen in der Branche. Die geplante Gastgewerbe Steuerentlastung könnte diesen Trend bremsen – doch die Erwartungen bleiben gemischt.
Neue Perspektiven für Jobangebote in der Gastronomie
Laut einer NDRfragt-Umfrage rechnen nur 11 Prozent der Befragten mit der Entstehung neuer Arbeitsplätze durch die Steuersenkung. 20 Prozent erwarten eine bessere Bezahlung der Beschäftigten. Ein Gastronom namens Andreas berichtete in der Befragung, dass er die eingesparten Mittel direkt in höhere Löhne für sein Team investieren wolle.
| Erwartung der Befragten | Anteil in Prozent |
|---|---|
| Bessere Bezahlung der Beschäftigten | 20 % |
| Mehr Arbeitsplätze | 11 % |
| Keine spürbaren Veränderungen | 69 % |
Fachkräftemangel und Löhne
Der Fachkräftemangel bleibt die zentrale Herausforderung des Gastgewerbes – unabhängig von steuerlichen Maßnahmen. Unbesetzte Stellen in Küche und Service belasten den Betriebsablauf vieler Restaurants. Die Gastgewerbe Steuerentlastung schafft zwar finanziellen Spielraum. Sie löst das strukturelle Problem fehlender Fachkräfte nicht allein.
Steigende Löhne könnten die Branche attraktiver machen. Das setzt voraus, dass Betriebe die Einsparungen tatsächlich an ihre Mitarbeitenden weitergeben. Die Frage, ob das Ziel den Mehrwertsteuersatz senken auch Auswirkungen auf die Arbeitsmigration haben wird, bleibt offen.
- Rückläufige Beschäftigtenzahlen seit Mitte 2024
- Nur geringe Erwartung an neue Arbeitsplätze
- Lohnsteigerungen als möglicher Effekt der Steuerentlastung
- Fachkräftemangel bleibt strukturelles Kernproblem
Der Einfluss auf die Beschäftigung hängt stark davon ab, wie kleine und große Betriebe die steuerlichen Vorteile nutzen – ein Aspekt, der im Vergleich beider Betriebsgrößen entscheidend wird.
Einfluss auf kleine vs. große Betriebe
Die Senkung der Gastro-Steuer trifft kleine Restaurants und große Ketten auf sehr unterschiedliche Weise. Während beide Gruppen von niedrigeren Steuersätzen profitieren, sind die Ausgangslage und die strategischen Möglichkeiten grundverschieden. Das zeigt sich besonders bei der Frage, wie die eingesparten Mittel eingesetzt werden.
Die besonderen Herausforderungen kleiner Gastronomien
Kleine inhabergeführte Betriebe stehen unter enormem Kostendruck. Steigende Löhne, teurere Lebensmittel und explodierende Energiepreise belasten ihre Margen massiv. Für sie bedeutet das Ziel, die Restaurantsteuer reduzieren zu können, vor allem eines: Überleben sichern.
Viele Kleinbetriebe nutzen die Steuerentlastung nicht zur Gewinnsteigerung. Sie stabilisieren damit ihre Kostenstruktur und vermeiden Preiserhöhungen für Gäste. Auswertungen des Analyseunternehmens Meoton bestätigen: Flächendeckende Preisanhebungen blieben – anders als 2024 – aus.
„Eine Steuersenkung in der Gastronomie ist für viele Betriebe kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit zur Existenzsicherung." – DEHOGA Bundesverband
Wie große Ketten profitieren könnten
Systemgastronomie-Ketten verfügen über entscheidende Vorteile. Ihre Skaleneffekte beim Einkauf, beim Personal-Controlling und bei der Logistik ermöglichen eine überproportionale Nutzung der Steuerentlastung.
| Kriterium | Kleine Betriebe | Große Ketten |
|---|---|---|
| Verwendung der Einsparung | Kostenstabilisierung | Margenoptimierung |
| Preispolitik | Verzicht auf Erhöhungen | Gezielte Preissenkungen |
| Skaleneffekte | Gering | Hoch |
| Investitionsspielraum | Kaum vorhanden | Digitalisierung und Expansion |
Die Senkung der Gastro-Steuer verschärft die strukturelle Ungleichheit in der Branche. Politische Entscheidungsträger müssen diese Dynamik bei flankierenden Maßnahmen berücksichtigen – ein Aspekt, der das Konsumverhalten der Verbraucher direkt beeinflusst.
Konsumverhalten der Verbraucher
Die Senkung der Mehrwertsteuer Gastronomie beeinflusst nicht nur die Betriebe selbst. Sie verändert das Verhalten der Gäste. Ob niedrigere Steuersätze tatsächlich zu günstigeren Preisen auf der Speisekarte führen, bleibt eine zentrale Frage für Millionen Restaurantbesucher in Deutschland.

Erwartete Veränderungen im Essverhalten
Bisherige Erfahrungen zeigen ein ernüchterndes Bild. Laut Umfragen sehen 61 Prozent der Befragten keinerlei Preisveränderung bei Speisen nach Steuersenkungen. Rund 10 Prozent berichten sogar von einem Preisanstieg in den ersten Wochen nach Inkrafttreten.
Branchenverbände wie der DEHOGA kommunizierten offen: Preissenkungen seien nicht zu erwarten. Bestenfalls könnten weitere Preissteigerungen vermieden werden. Die Umsatzsteuer Restaurant spielt bei der Kalkulation eine Rolle – doch steigende Energie-, Personal- und Rohstoffkosten fressen mögliche Einsparungen auf.
| Kundenwahrnehmung | Anteil der Befragten |
|---|---|
| Keine Preisveränderung festgestellt | 61 % |
| Preisanstieg trotz Steuersenkung | 10 % |
| Bewertung der Senkung als sehr gut/eher gut | 68 % |
Reaktionen der Kunden auf niedrigere Preise
Trotz ausbleibender Preissenkungen bewerten 68 Prozent der NDRfragt-Community die reduzierte Umsatzsteuer Restaurant als sehr gut oder eher gut. Die grundsätzliche Zustimmung zur Maßnahme ist hoch – unabhängig von der tatsächlichen Weitergabe an die Gäste.
Gastronomen begründen die fehlende Weitergabe mit hohen Betriebskosten. Die Mehrwertsteuer Gastronomie dient in vielen Fällen als Puffer gegen steigende Fixkosten, nicht als Preissenkungsinstrument. Für Verbraucher bedeutet das: Der Restaurantbesuch wird kaum günstiger. Die Bereitschaft zum Essengehen könnte sich durch andere Faktoren wie Inflation und Reallohnentwicklung stärker verändern als durch steuerliche Anpassungen.
Die Steuersenkung stabilisiert die Branche – sie senkt aber nicht die Rechnung auf dem Tisch.
Politische Stimmungslage und öffentliche Meinung
Die Debatte um die Steuersenkung Gastronomie Deutschland polarisiert Bevölkerung und Interessenverbände gleichermaßen. Zwischen Zustimmung und Skepsis zeigt sich ein differenziertes Bild in der öffentlichen Wahrnehmung. Repräsentative Erhebungen und Stellungnahmen einflussreicher Verbände verdeutlichen die Bandbreite der Meinungen.
Befragungen zur Senkung des Gastronomie Steuersatzes
Die NDRfragt-Umfrage vom 22. bis 26. Januar 2026 liefert belastbare Daten zur Einschätzung der Bevölkerung. An der Erhebung nahmen 23.437 Personen aus Norddeutschland teil. Die Ergebnisse wurden nach Alter, Geschlecht, Bundesland, Schulabschluss und Familienstand gewichtet.
Ein zentrales Ergebnis: Rund ein Drittel der Befragten erwartet keine spürbaren Auswirkungen des veränderten Gastronomie Steuersatzes auf das eigene Konsumverhalten. Die Skepsis betrifft vor allem die Frage, ob Gastronomen die Entlastung tatsächlich an ihre Gäste weitergeben.
Einfluss von Meinungsführern und Verbänden
Die Branchenverbände positionieren sich deutlich positiver. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) bezeichnete die Steuersenkung Gastronomie Deutschland als wichtigste Maßnahme zur Stärkung der gesamten Branche.
„Ein guter Tag für den Tourismusstandort Deutschland" – so bewertete der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft die Anpassung des Gastronomie Steuersatzes.
Beide Verbände setzen sich seit Jahren für eine dauerhafte Absenkung ein. Ihre Lobby-Arbeit beeinflusst die politische Entscheidungsfindung maßgeblich. Die öffentliche Debatte bleibt gespalten: Befürworter sehen Wachstumschancen, Kritiker hinterfragen den fiskalischen Nutzen.
Für Gastronomen ist die Beobachtung dieser Stimmungslage entscheidend. Sie beeinflusst nicht nur die politische Umsetzung, sondern prägt die Erwartungshaltung der Kundschaft – ein Aspekt, der bei kommenden Preisanpassungen berücksichtigt werden sollte.
Relevante Meilensteine bis zur Senkung
Der Weg zur dauerhaften Gastgewerbe Steuerentlastung war lang und von politischen Debatten geprägt. Mehrere Schlüsselereignisse markieren den zeitlichen Rahmen dieser Entwicklung. Für Gastronomen ist es entscheidend, die wichtigsten Daten zu kennen – von der ersten Corona-Senkung bis zum Inkrafttreten der neuen Regelung.

Zeitlicher Ablauf der Gesetzgebung
Im Juli 2020 beschloss die Bundesregierung erstmals, den Mehrwertsteuersatz senken zu lassen: von 19 auf 7 Prozent für Speisen in der Gastronomie. Diese Maßnahme war als temporäre Krisenunterstützung während der Corona-Pandemie gedacht.
Ende 2023 lief die mehrfach verlängerte Senkung aus. Die Branche kehrte zum regulären Satz von 19 Prozent zurück. Der DEHOGA meldete für Oktober 2025 einen Umsatzrückgang von 2,4 Prozent im Jahresvergleich – ein klares Signal an die Politik.
„Eine dauerhafte Senkung der Mehrwertsteuer auf Speisen ist kein Geschenk, sondern eine strukturelle Notwendigkeit für das Gastgewerbe."
Im Rahmen des Vierten Bürokratieentlastungsgesetzes wurde die Debatte um eine permanente Lösung erneut aufgenommen. Der Bundesrat stimmte der dauerhaften Senkung zu.
Wichtige Termine für Gastronomen
Betriebe sollten die relevanten Daten im Blick behalten, um rechtzeitig Kassensysteme und Preislisten anzupassen. Der Wunsch, den Mehrwertsteuersatz senken zu können, wird ab dem 1. Januar 2026 Realität.
| Datum | Ereignis | Relevanz |
|---|---|---|
| Juli 2020 | Erste Senkung auf 7 % | Corona-bedingte Soforthilfe |
| 31. Dezember 2023 | Auslaufen der Senkung | Rückkehr zu 19 % |
| Oktober 2025 | Umsatzrückgang 2,4 % | Druckaufbau auf Politik |
| Dezember 2025 | Bundesrat-Zustimmung | Gesetzgebung abgeschlossen |
| 1. Januar 2026 | Inkrafttreten neue Regelung | Gastgewerbe Steuerentlastung greift |
Fazit und Ausblick
Die Senkung der Gastro-Steuer ab Januar 2026 ist ein bedeutender Schritt für die gesamte Branche. Die Rückkehr zum ermäßigten Satz von 7 % auf Speisen wirkt als Stabilisierungsfaktor in einem extrem angespannten Kostenumfeld. Ohne diese Maßnahme wären weitere Preissteigerungen für Gäste kaum vermeidbar gewesen.
Langfristige Stabilisierung statt kurzfristiger Entlastung
Die Gastronomie verzeichnete zwischen Januar und Oktober einen durchschnittlichen Umsatzrückgang von 2,4 Prozent. Gleichzeitig stiegen die Personalkosten um mehr als ein Drittel, die Energiekosten um fast 28 %. Der Wunsch, die Restaurantsteuer reduzieren zu können, kam aus der gesamten Branche – vom kleinen Landgasthof bis zur städtischen Brasserie.
Die betriebswirtschaftliche Realität verhindert eine direkte Weitergabe der Steuersenkung an Gäste. Laut einer Einschätzung der ehemaligen DEHOGA-Geschäftsführerin Ingrid Hartges hängen Preisreduktionen von den finanziellen Spielräumen der einzelnen Betriebe ab.
| Kostenfaktor | Anstieg seit 2022 | Auswirkung auf Preise |
|---|---|---|
| Personalkosten | Über 33 % | Stärkster Preistreiber |
| Energiekosten | Ca. 28 % | Hoher Fixkostenanteil |
| Gesamtpreise Gastronomie | Über 26 % | Gäste verzichten auf Extras |
| Steuerentlastung (USt-Senkung) | 12 Prozentpunkte | Stabilisierend, nicht preissenkend |
Weiterführende Quellen und aktuelle Entwicklungen
Gastronomen sollten die gesetzliche Umsetzung bis Jahresende 2025 eng verfolgen. Branchenverbände wie der DEHOGA und der ZDH veröffentlichen regelmäßig Updates zur Senkung der Gastro-Steuer. Besonders im ländlichen Raum kann die Maßnahme das drohende Gastronomiesterben bremsen – ein entscheidender Faktor für regionale Lebensqualität.
- Steuerberater frühzeitig einbinden
- Kassensysteme auf den neuen Satz umstellen
- Individuelle Kalkulation erstellen, um die Restaurantsteuer reduzieren zu können
- Förderprogramme auf Landes- und Bundesebene prüfen
Tipps für Gastronomen zur Anpassung
Die dauerhafte Senkung der Mehrwertsteuer Gastronomie auf 7 Prozent für Speisen ab Januar 2026 eröffnet Betrieben neue Spielräume. Eine frühzeitige Vorbereitung entscheidet darüber, ob Restaurants, Cafés und Imbisse die Entlastung strategisch nutzen können. Der Fokus sollte auf Kostenstabilisierung, technischer Umstellung und gezielten Investitionen liegen.
Strategien zur Gründung oder Anpassung
Für bestehende Betriebe empfiehlt sich, die Steuerentlastung nicht direkt als Preissenkung weiterzugeben. Stattdessen bietet sich die Möglichkeit, Bruttopreise stabil zu halten und die höhere Marge zur Sicherung des Betriebs einzusetzen. In einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld mit steigenden Energie- und Personalkosten ist das ein entscheidender Puffer. Die Umsatzsteuer Restaurant muss in den Kassensystemen exakt zum 1. Januar 2026 umgestellt werden: Speisen auf 7 Prozent, Getränke auf 19 Prozent. Wer die detaillierten Vorgaben zur Kassenumstellung rechtzeitig umsetzt, vermeidet Fehler bei Betriebsprüfungen. Speisekarten, Beleglayouts und DSFinV-K-Exporte sind vor dem Stichtag zu aktualisieren.
Nutzung von Förderprogrammen und Unterstützungsangeboten
Die gewonnene Marge lässt sich für Investitionen in Digitalisierung, Energieeffizienz oder Personalentwicklung einsetzen. Förderprogramme auf Bundes- und Landesebene – etwa von der KfW – ergänzen diese Mittel. Gründer profitieren von der dauerhaft niedrigeren Mehrwertsteuer Gastronomie, da sie die Kalkulation von Anfang an auf den reduzierten Satz stützen können. Entscheidend bleibt: Buchhaltungssysteme müssen die unterschiedlichen Steuersätze sauber trennen. Eine professionelle steuerliche Beratung sichert die rechtskonforme Umsetzung ab.
FAQ
Was genau ist die Gastro-Steuer und welcher Steuersatz gilt seit 2026?
Die Gastro-Steuer bezeichnet die Umsatzsteuer auf Speisen und Getränke in Gastronomiebetrieben. Seit dem 1. Januar 2026 gilt ein dauerhaft ermäßigter Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent auf Speisen. Für Getränke bleibt der reguläre Umsatzsteuer-Satz von 19 Prozent bestehen. Die Regelung betrifft Restaurants, Wirtshäuser, Cafés und Caterer gleichermaßen. Die Zustimmung des Bundesrats sichert die langfristige Gültigkeit dieser Steuerentlastung im Gastgewerbe.
Wie wirkt sich die Senkung der Mehrwertsteuer Gastronomie auf die Preise für Gäste aus?
Eine Meoton-Auswertung von über 200.000 Preisen aus mehr als 30.000 Gastronomiebetrieben zeigt: Die Preise blieben in den ersten Wochen nach Inkrafttreten weitgehend unverändert. Die durchschnittliche Verteuerung lag bei lediglich 0,1 Prozent für Speisen und 0,2 Prozent für Getränke. Eine vollständige Weitergabe der Steuersenkung Gastronomie Deutschland an die Gäste würde rechnerisch eine Endpreisreduktion von etwa 10 Prozent bedeuten. Allerdings nutzen die meisten Betriebe die Entlastung zur Kostenkompensation – die Senkung wirkt somit als Stabilisierungsfaktor statt als Preissenkungshebel.
Welche finanziellen Vorteile haben Gastronomen durch den niedrigeren Gastronomie Steuersatz?
Bei einem Gericht zum Preis von 20 Euro verbleiben den Betrieben nun 18,69 Euro netto statt zuvor 16,81 Euro. Das entspricht einem Anstieg des Nettoerlöses um circa 1,88 Euro bzw. 11 Prozent pro Gericht. Diese Steuerentlastung im Gastgewerbe verschafft Spielraum in einem extrem angespannten Kostenumfeld, das durch gestiegene Löhne, höhere Wareneinsatzkosten, steigende Energiepreise und wachsende Mietbelastungen gekennzeichnet ist. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband bezeichnet die Maßnahme als die wichtigste Stärkung der Branche.
Warum senken Restaurants trotz der Umsatzsteuer-Senkung nicht ihre Preise?
Die betriebswirtschaftliche Realität verhindert eine direkte Weitergabe an die Gäste. Zum 1. Januar 2026 erfolgte parallel eine Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns auf 13,90 Euro, was die Personalkosten zusätzlich belastet. Christian Haese von Meoton betont, dass die Steuersenkung Gastronomie Preise stabilisiert, statt Senkungen zu bewirken. Branchenverbände kündigten offen an: Keine Preissenkungen, allenfalls die Vermeidung weiterer Preissteigerungen. Betriebe sind laut Gesetzesvorlage auch nicht zur Preissenkung verpflichtet. Lediglich 3 Prozent der Umfrageteilnehmer nehmen einen tatsächlichen Preisrückgang wahr.
Welche Herausforderungen bringt die unterschiedliche Mehrwertsteuer für Speisen und Getränke mit sich?
Die unterschiedlichen Steuersätze – 7 Prozent auf Speisen, 19 Prozent auf Getränke – erfordern eine Anpassung der Abrechnungs- und Buchhaltungssysteme. Gastronomiebetriebe müssen ihre Kassensysteme entsprechend konfigurieren und eine saubere Trennung der Umsätze sicherstellen. Dies bedeutet insbesondere für kleinere Betriebe mit begrenzten administrativen Ressourcen einen erhöhten organisatorischen Aufwand. Die korrekte Zuordnung der Umsatzsteuer Restaurant auf Speisen und Getränke stellt eine dauerhafte buchhalterische Anforderung dar.
Wie unterscheidet sich die aktuelle Senkung von der Corona-bedingten Steuererleichterung 2020?
Im Juli 2020 erfolgte die erste Senkung von 19 auf 7 Prozent als temporäre Corona-Hilfsmaßnahme für Restaurants und Cafés. Diese Regelung wurde mehrfach verlängert, lief jedoch Ende 2023 aus. Nach dem Wegfall wurden Anfang 2024 deutliche Preisanhebungen gemessen. Der entscheidende Unterschied zur aktuellen Maßnahme: Die zum 1. Januar 2026 in Kraft getretene Senkung der Gastro-Steuer ist dauerhaft angelegt und nicht befristet. Der Bundesrat stimmte explizit einer langfristigen finanziellen Entlastung zu, was Gastronomiebetrieben erstmals Planungssicherheit verschafft.
Welche Auswirkungen hat die Restaurantsteuer-Reduzierung auf Arbeitsplätze und Löhne?
Die Effekte auf den Arbeitsmarkt fallen verhalten aus. Lediglich 11 Prozent der NDRfragt-Befragten erwarten mehr Arbeitsplätze, 20 Prozent rechnen mit einer besseren Bezahlung der Beschäftigten. Das Statistische Landesamt Baden-Württemberg meldet rückläufige Beschäftigtenzahlen seit Sommer 2024. Der Fachkräftemangel bleibt trotz der steuerlichen Entlastung die zentrale Herausforderung der Branche. Einzelne Gastronomen berichten von der Möglichkeit, ihren Mitarbeitern durch die Einsparung mehr Lohn zahlen zu können – eine flächendeckende Entwicklung zeichnet sich bislang jedoch nicht ab.
Profitieren kleine Betriebe und große Ketten gleichermaßen von der Steuersenkung?
Die Ausgangslage ist unterschiedlich. Kleine Betriebe nutzen die Gastgewerbe Steuerentlastung primär zur Kostenstabilisierung bei steigenden Lohn-, Lebensmittel- und Energiekosten. Für einige Kleinunternehmer bedeutet die Maßnahme den Unterschied zwischen Betriebsschließung und Weiterführung. Größere Ketten mit besseren Skaleneffekten könnten dagegen überproportional profitieren, da sie geringere relative Fixkosten aufweisen. Die Meoton-Daten zeigen allerdings keine flächendeckenden Preisanhebungen – weder bei kleinen noch bei großen Betrieben. Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl erhofft sich insbesondere eine positive Wirkung gegen das Gastronomiesterben im ländlichen Raum.
Was sagt die öffentliche Meinung zur Senkung der Mehrwertsteuer in der Gastronomie?
Die NDRfragt-Umfrage mit 23.437 Teilnehmern aus Norddeutschland (22. bis 26. Januar 2026) liefert ein differenziertes Bild. 68 Prozent bewerten die Steuersenkung mit sehr gut oder eher gut. Gleichzeitig empfinden 60 Prozent die Sonderbehandlung der Gastronomie als unfair gegenüber anderen Branchen. 58 Prozent fordern vergleichbare Entlastungen für Handwerk und Gesundheitssektor. Linke und Grüne kritisieren die Maßnahme als wirtschaftlich unsinniges Steuergeschenk. Der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft spricht hingegen von einem guten Tag für den Tourismusstandort Deutschland. Ein Drittel der Befragten erwartet keine spürbaren Auswirkungen.
Welche wichtigen Termine und Meilensteine gab es auf dem Weg zur dauerhaften Gastro-Steuersenkung?
Die Chronologie umfasst folgende Schlüsseltermine: Juli 2020 – erste Corona-bedingte Senkung von 19 auf 7 Prozent. Ende 2023 – Auslaufen der mehrfach verlängerten temporären Steuersenkung. Oktober 2025 – Umsatzrückgang der Gastronomie von 2,4 Prozent im Jahresvergleich dokumentiert. Freitag vor Januar 2026 – Bundesrat stimmt der dauerhaften Senkung zu. 1. Januar 2026 – Inkrafttreten der neuen Regelung. Mitte Dezember 2025 bis 15. Januar 2026 – Vergleichszeitraum der Meoton-Preisanalyse mit Auswertung von über 200.000 Preisen.
Welche langfristigen Auswirkungen sind durch die dauerhafte Senkung des Mehrwertsteuersatzes zu erwarten?
Die Senkung der Gastro-Steuer wirkt primär als Stabilisierungsfaktor in einem extrem angespannten Kostenumfeld. Ohne die Maßnahme wären neue Preissteigerungen wahrscheinlich gewesen – die Gastronomie verzeichnete von Januar bis Oktober 2025 durchschnittlich 2,4 Prozent Umsatzrückgang. Langfristig soll die Entlastung das Gastronomiesterben insbesondere im ländlichen Raum aufhalten. 45 Prozent der Befragten erwarten eine wirtschaftliche Entlastung der Betriebe. Die dauerhafte Regelung bietet erstmals Planungssicherheit – im Gegensatz zur befristeten Corona-Maßnahme, deren Wegfall 2024 unmittelbar zu Preisanhebungen führte.
Welche Strategien empfehlen Experten den Gastronomen zur Nutzung der Steuerentlastung?
Die zentrale Empfehlung lautet: Nutzung der Steuerentlastung zur Kostenstabilisierung statt für Preissenkungen. Konkret umfasst dies die Vermeidung weiterer Preiserhöhungen als primäre Strategie, die zwingend erforderliche Anpassung der Buchhaltungssysteme für die unterschiedlichen Steuersätze sowie die Möglichkeit für zusätzliche Investitionen laut Gesetzesvorlage. Der Fokus sollte auf dem Erhalt der Betriebe in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld liegen. Die Meoton-Daten bestätigen, dass die Mehrheit der Betriebe diesem Ansatz bereits folgt – die Steuersenkung wird zur Kompensation gestiegener Kosten eingesetzt, nicht zur Restaurantsteuer-Reduzierung am Endpreis.